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NOSBAUM & REDING - ART CONTEMPORAIN
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Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
1. Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
2. Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
3. Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
4. Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
5. Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
Marjetica Potrc
13.04.2002-19.05.2002
Marjetica Potrc - Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
Marjectica Potrc
Exposition Alimentation Générale 2002
Corringie Settlement/Burning Man: Semi-nomadic Housing - 2002
Urban Animals - 2001

Kurator: Boris Kremer

Seit ihrer viel beachteten Teilnahme an den Skulptur.Projekte Münster im Jahr 1997 wurde die gebürtige Slowenin Marjetica Potrc mit zahlreichen Einzelausstellungen in Kunstzentren weltweit bedacht. So erhielt beispielsweise ihre Arbeit Kagiso: Skeleton House den hoch dotierten Hugo Boss Prize 2000 des Guggenheim Museum, New York und wurde in dessen ständige Sammlung aufgenommen. Ihre erste Begegnung mit dem Luxemburger Publikum fand letztes Jahr anlässlich der im Casino Luxembourg - Forum d’art contemporain gezeigten Ausstellung Audit statt.

Die studierte Architektin befasst sich vorrangig mit Randerscheinungen städtischer Entwicklung, die von der Eigeninitiative einzelner Individuen oder Gemeinschaften zeugen, die sich dem Einfluß staatlicher Instanzen entziehen. Die zentralen Themenkomplexe in Potrcs Werk kreisen um die Begriffe der Autonomie und der Suche nach dem individuellen Glück.

In ihrer neuesten Arbeit, die sie speziell zum Anlass ihrer ersten Ausstellung in der Galerie Alimentation Générale konzipiert hat, zeigt Potrc Wohnmodelle zweier sozial und geographisch unterschiedlicher Gemeinschaften, deren gemeinsamer Ansatz jedoch im Streben nach Selbstverwaltung wurzelt. Hierbei handelt es sich einerseits um ein Wohnprojekt einer Aborigine-Gemeinschaft in West-Australien, andererseits um ein jährlich stattfindendes Überlebenscamp in der kalifornischen Black Rock Wüste.

Das in einer abgelegenen Gegend West-Australiens angesiedelte Corringie Settlement-Projekt gründet auf den Erkenntnissen von Buckminster Fuller, dessen Entwurf eines sogenannten geodesischen Doms die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gängigen architektonischen Vorstellungen revolutionierte. Mit der Hilfe eines Architekten wurden Fullers Prinzipien zum Nutzen einer Aborigine-Siedlung angepasst und mit modernster, leicht erschwinglicher und umweltverträglicher Technik ausgestattet.

Für das Burning Man-Treffen finden sich jeden Sommer Hunderte von Technik-Freaks zu einem Camping der besonderen Art zusammen. Die Teilnehmer dieses großflächigen Survival-Experiments sind stets darum bemüht, ihre Tüfteleien und die neuesten Produkte der High Tech-Industrie auf ihre Feldtauglichkeit hin zu prüfen. Als Unterkunft greifen viele auf Buckminster Fullers energiesparende Domkonstruktion zurück, die sich aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und leichter Bauweise bewährt hat.

In Corringie Settlement/Burning Man: Semi-nomadic Housing verbindet Marjetica Potrc diese unterschiedlichen Begenbenheiten indem sie ihre Verwandschaft aufzeigt. Ihr künstlerischer Eingriff besteht darin, die formalen Gemeinsamkeiten dieser aus fundamental verschiedenen Nöten heraus geborenen Initiativen über den Weg einer plastischen Präsentation hervor zu streichen. Hierbei erlaubt die Künstlerin sich keine moralische oder ethische Beurteilung, und auch gutmenschliches Pathos ist ihr fremd. Das zentrale Werk der Ausstellung ist ein lebensgroßes Modell einer nach dem Fullerschen Prinzip errichteten Unterkunft. Dazu zeigt Potrc eine Serie digital manipulierter Prints mit Motiven der im Corringie Settlement und dem Burning Man-Event errichteten Konstruktionen.

Die Ausstellung wird ergänzt durch einen Werkkomplex zum Phänomen der Urban Animals, Tiere, die aufgrund ihres eingeschränkten Lebensraums die Wildbahn verlassen und Wohngebiete aufsuchen. Die beiden Serien werden von Objekten abgerundet, die in den hier thematisierten Kontexten zum Einsatz kommen.

© the artists, authors and Galerie Nosbaum & Reding